Der 3. Bauabschnitt findet seit Frühjahr 2008 auf Flächen des Forstamtes Rantzau im Bereich Holsteiner Wald zwischen Reh- und Bismarckbrücke statt. Hier soll die Rantzau durch das Einbringen von Totholzelementen auf 1,4 km Länge zu einer natürlichen Mäanderbildung angeregt werden. Durch die dadurch eintretende Laufverlängerung wird ein bisheriger Sohlabsturz an der Orleansbrücke überflüssig werden. Ferner wurde die Brücke zurückgebaut, um den Zwangspunkt für das Gewässer aufzuheben.
Die Maßnahme erfolgt als Forschungs- und Entwicklungsprojekt der Technischen Universität Hamburg-Harburg, Institut für Wasserbau, unter der Projektleitung von Prof. Dr.-Ing. Erik Pasche. Hierbei wird die Effektivität verschiedener Totholzbauweisen erforscht und ein Vergleich mit herkömmlichen Buhnen aus Wasserbausteinen gezogen.
Folgende Einbauten in das Gewässerbett wurden zwischen dem 16. Juni und 14. Juli 2008 vorgenommen:
Flechtwerksbuhnen
Buschlahnungen / Doppelpfahlbuhnen
Rauhbäume
Wurzelstockbuhnen
Totholzstämme
Steinsporne
Wurzelstockbuhne in der Rantzau am Nordrand des Holsteiner Waldes bei Ridders (18.06.2008)
Weitere Bilder auf dem Server der TU-Hamburg-Harburg:
http://www.tu-harburg.de/wb/RenaturierungRantzau
Im Rahmen des Monitorings wird die Gewässersituation nach Hochwasserereignissen und ansonsten nach einem, drei, fünf und zehn Jahren nach Fertigstellung kontrolliert.
Da es durch die Initialmaßnahmen zu starker Erosion kommen kann, wird bei Bedarf ein naturnaher Sandfang oberhalb der Rehbrücke eingebaut (Ingenieurbüro Dänekamp + Partner, Pinneberg).
Im 4. Bauabschnitt wurden im März 2008 zwei weitere Sohlabstürze in naturnahe Sohlgleiten umgebaut (Ingenieurbüro Rix & Soll, Osterrönfeld). Es handelt sich um je ein im Norden des Holsteiner Waldes bei Stat. 61+98 und ein unterhalb der Logny-Brücke, südwestlich der Ortschaft Ridders, bei Stat. 56+80 gelegenes Bauwerk.
Mit den Maßnahmen des 3. und 4. Bauabschnittes wird die Durchgängigkeit der Rantzau auf einer Länge von 10 km wiederhergestellt. Ferner wird ein rund 1,45 km langer Bachabschnitt zusammen mit seiner Niederung naturnah entwickelt.
Nach Abschluss des 3. und 4. Bauabschnittes verbleiben noch ca. 12 Sohlabstürze im oberen Teil der Rantzau. Sie sollen zusammen mit den Absturzbauwerken und Stauanlagen der Nebenläufe in weiteren Bauabschnitten entfernt werden.

Übersicht der Verbandsgewässer (blau) und der durchgeführten Maßnahmen (grün)
Das vorrangige Entwicklungsziel, die hochwertigen Abschnitte der Rantzau mit den naturnahen Zuläufen im Holsteiner Wald und dem Schlotfelder Graben zu verbinden, wird mit den Bauabschnitten 1 bis 4 erreicht.